Der Deutsche Buchpreis 2010 geht an die Schweiz

07.10.2010 17:43 von Franziska Krakow

tl_files/kunststoff/magazinbilder/Preistraegerin_dbp10.jpgEs ist das erste Mal, dass ein Autor aus der Schweiz diesen Preis erhält, dessen Muttersprache zudem eine Andere als Deutsch ist. Und doch konnte sich „Tauben fliegen auf“ gegen fünf weitere nominierte Romane durchsetzen, wobei wohl nicht zuletzt Melinda Nadj Abonjis Charme und malerischer Schreibstil bestach.

Auch die Geschichte ist eine ganz besondere und fühlt gerade in Zeiten heißer Integrationsdebatten jedem Leser auf den Zahn. Eine Geschichte von der Reise der Familie Kocsis, vierköpfig und zu der ungarischen Minderheit gehörig, welche in Vojvodina, dem Norden Serbien lebt. Die Auswanderung in die Schweiz soll ihrem Leben eine Wendung geben, wo die Eltern versuchen, in der Gastronomie Fuß zu fassen. Der Geist der Erzählung steckt hierbei in Ildiko, einer der beiden Töchter der Familie. Abonji macht so die innere Zerissenheit ihrer Protagonistin deutlich. Es ist der Konflikt dreier Kulturen, nämlich Ungarns, Serbiens und der Schweiz. Es ist der Balkan-Krieg, welcher auf Titos Tod 1980 folgte, da kein klar etabliertes Regierungssystem bestand, das zur Auflösung der politischen Konflikte hätte beitragen können. Und es ist die  Heimatlosigkeit. Sie leben seit etlichen Jahren in der Schweiz und sind doch nicht zugehörig, bestreiten als Ausländer ihren Alltag und müssen mit fremdenfeindlichen Attacken leben, sodass Ildikos Vater seine Lösung immer mehr im Alkohol sieht. Doch auch in der alten Heimat hat sich vieles verändert. Jugoslawien wurde aufgelöst und die Bedrohung des Krieges betrifft nicht nur die Menschen vor Ort, sondern dringt bis in die Schweizer Wohnräume der Kocsis hinein.

Der Roman ist mit autobiografischen Fäden gestrickt, da die 1968 in Serbien geborene Autorin selbst zur ungarischen Minderheit ihres Geburtslandes gehört und in jungen Jahren mit ihren Eltern in die Schweiz auswanderte. Begeistert haben wird die siebenköpfige Jury neben der Thematik eines "gegenwärtigen Europa im Aufbruch", wohl auch die Aufdeckung der Geschehnisse durch Ildiko, die erst nach und nach durchdringen. Informationen, die die Protaginistin selbst nur durch Ausrufe auf der Straße über den Krieg und ihre alte Heimat erfährt.tl_files/kunststoff/magazinbilder/R10_0711_Jurysitzung.jpg

„Sie erzählt es mit einer eigenen und äußerst lebendigen Stimme, zunächst noch mit dem Blick des Kindes auf die Welt, dem alles neu ist und sich doch von selbst versteht, dann der jungen Frau, die allmählich die Brüche in und zwischen diesen sehr verschiedenen Welten wahrnimmt, immer aber mit einer großen Empathie und Humanität.“ , so die Jury über Andoji.

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20.10.2010 22:13 von Harald Nicolas Stazol

Frankfurt im Oktober 2010 - Messezeit

Die ersten Manager gab es im Jahr 1870, sie wurden in London ausgebildet und es handelte sich um Männer, die beim Zirkus arbeiteten. Das erfahre ich vom Verfasser des “Bilderbuchs für Manager” am Stand der F.A.Z., quasi in Hörweite einer ganzen Gruppe von Verlagspersonal. Niemand lacht. Zwei Fussballer ballern ihren Blödsinn in den Markt. Ein Boxer. An allen Enden wird gekocht. Aber ein Geheimtipp? Etwas, was man unbedingt lesen muss? Ich habe nichts gehört. Nichts gesehen.

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07.10.2010 17:43 von Franziska Krakow

Der Deutsche Buchpreis 2010 geht an die Schweiz

Am Vorabend der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wurde wieder einmal der Gewinner des Deutschen Buchpreises vom Börsenverein des deutschen Buchhandels bekannt gegeben. Eine Tradition, die sich nun mehr seit 2005 hält. Ausgezeichnet wurde jedoch gegen jede Tradition die Schweizer Autorin Melinda Nadj Abonji für ihren Roman „Tauben fliegen auf“.

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13.07.2010 14:56 von Franziska Krakow

Eine Geschichte von der Suche – Fabio Volos „Einfach losfahren“

„Was ist unser Ding? Ich weiß immer noch nicht, was mein Ding ist. Ich das Gefühl, dass ich hier auf diesem dämlichen Planeten bin, um etwas Bedeutendes zu tun, aber ich begreife einfach nicht, was...“ Federico spricht in dem bei Diogenes erschienenen Roman „Einfach losfahren“ von Fabio Volo ein Thema an, welches fast jeden Menschen in einem Punkt seines Lebens beschäftigen dürfte. Warum sind wir auf der Welt und was sollen wir aus unserem Leben machen? Auf diese Frage hat jeder seine eigene Antwort. Manchem ist ein Leben mit „Häuschen, Bürochen, Frauchen“ ausreichend, wieder andere versprechen sich mehr vom Leben.

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03.07.2010 00:00 von Gisela Hoyer

Die Insel und die Bücherstapel

Sie geht mit Dingen um, die so schön wie nützlich sind: Eva Maria Hoyer, Direktorin des Grassimuseums für Angewandte Kunst Leipzig. Das Amt, das sie seit 1992 bekleidet, hat sie überdies zur Bauherrin und Diplomatin qualifiziert; darüber ist die, 1950 in Chemnitz Geborene zur zähen Kämpferin geworden – um Geld und Unterstützung, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Publikumszahlen … kurz, um die Verteidigung von Kultur als Teil unseres Alltags. Darüber, wie sie‘s mit dem Kulturgut „Buch“ hält, sprach Gisela Hoyer mit der engagierten Namensschwester.

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